Sonntag, 27. März 2016

#10 Mopedtour in die Berge

Im November haben wir eine wunderschöne Mopedtour in die Berge gemacht.
Es sollte zu Mohammet's Familie gehen, die in einem kleinen Dorf oben in den Bergen wohnt.

Morgens, nachdem wir einen Kaffee auf dem Souk getrunken hatten, sind wir zum Mopedverleih gelaufen, haben uns jeder ein Moped ausgeliehen und dann ging's los. 
Hier in Marokko geht das mit den Verkehrsmitteln etwas "lockerer" zu. :D Selbst Joshi, der erst 13 Jahre alt ist, darf alleine Moped fahren. 
Das Fahren an sich ist auch gar nicht schwer. Es gibt keine Gangschaltung, bloß das Gas und die Bremse. Schwer ist es nur teilweise die Dinger anzubekommen. Man muss nämlich mit dem Fuß in die Pedale treten und gleichzeitig den Anzünder drücken und Gas geben... da kann es dann schonmal etwas länger dauern, bis man loskommt. :D 
Als dann also alle endlich ihre Mopeds gestartet hatten, konnte es losgehen. Für mich war es das erste Mal auf einem Moped, daher war das Ganze ziemlich aufregend. :) 

Es hat total Spaß gemacht mit den Mopeds über Stock und Stein zu rasen. Und die Landschaft, auf die man unterwegs teilweise einen Blick erhaschen konnte (während des Fahrens ist es schwer, sich viel umzuschauen, weil man so beschäftigt damit ist, Moped zu fahren) war sagenhaft. Man konnte kilometerweit schauen, sah auf der einen Seite Berge, Berge, Berge und auf der anderen Seite das Meer... Nur seinen Helm musste man festhalten, denn der war eher zur Zierde, als zu Sicherheit vorhanden. Zwar gibt es auf den größeren Straßen eine Helmpflicht, aber die Helme sitzen so locker auf dem Kopf, dass sie durch den Fahrtwind eher wegfliegen, als wirklich auf dem Kopf zu bleiben. :D

Insgesamt waren wir ca. eine Stunde unterwegs, bis wir dann bei Mohammet's Familie ankamen. 
Sie wohnen total einfach in Lehmgebäuden mit ihren Tieren zusammen unter einem Dach. :) Wir saßen bestimmt drei Stunden zusammen mit Mohammet's Mutter und ein paar seiner Schwestern und haben selbstgebackenes Brot, selbstgemachte Butter, Arganöl und Amlou bekommen. 
Die Familie stellt Vieles selbst her, was wirklich lecker ist, aber wenn man mal drüber nachdenkt auch echt viel Arbeit bedeutet. An einem Liter Arganöl sitzt man ungefähr 15 Stunden..!
Nach dem leckeren Berber-Frühstück waren wir schon beinahe satt, als Mohammet meinte, das sei erst die Vorspeise gewesen. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als uns eine große Tajine auf den Tisch gestellt wurde. Die war allerdings auch so lecker, dass wir nicht darauf verzichten konnten. 
Also lagen wir die nächsten Stunden kugelrund aber sehr zufrieden mit dem Gesicht in der Sonne und haben gequatscht und die Ruhe und frische Luft genossen.

Bevor wir wieder aufbrechen wollten, meinte Mohammet's Schwester ich solle unbedingt noch ihren Berber-Kayal ausprobieren und mir eines ihrer Tücher umbinden. Zuerst wollte ich das gar nicht, aber sie ließen mir nicht wirklich eine Wahl. Also stand ich ein paar Minuten später in ein orangefarbenes Tuch gewickelt, mit schwarz umrandeten Augen da, was die Jungs natürlich ganz lustig fanden. :D Ich persönlich fand es ziemlich unangenehm in das Tuch gewickelt umher zu laufen, weil ich es nicht gewohnt war und ich in meiner Bewegungsfreiheit auch echt eingeschränkt war. So war ich dann ziemlich froh, als ich es wieder ausziehen konnte. 

Gegen frühen Nachmittag haben wir uns dann wieder auf unsere Mopeds geschwungen und sind zurück Richtung Mirleft gefahren. Auf dem Rückweg sind wir noch am "Sidi Ouafi" vorbeigekommen, einem Strand vor Mirleft, an dem wir einen kleinen Zwischenstop gemacht und die Abendsonne genossen haben. 
Dabei sind ziemlich coole Bilder rausgekommen, die Thomas geschossen hat.

Die Mopedtour war echt cool, und das war auch nicht das letzte Mal, das wir auf Mopeds saßen. Wir haben die Mopedtour noch zwei weitere Male mit Freunden gemacht und jedes Mal waren alle genauso begeistert wie wir, bei unserem ersten Mal. :)

Bis dahin, 

-Merle-














Mittwoch, 9. März 2016

#9 Meistens kommt es anders, als man denkt

Lang lang ists her, dass ich hier etwas erzählt habe...

Deshalb nur ein kurzer Überblick darüber, wie sich alles entwickelt hat:


Eigentlich wollte ich von Anfang Oktober bis Anfang Januar in Marokko leben und danach wieder nach Hause fliegen um mir einen Studienplatz zu suchen. 


Die drei Monate waren auch echt toll, ich habe Vieles erlebt und Neues kennen gelernt. Vor allem die letzten Wochen habe ich sehr genossen in Mirleft. Das war anfangs nicht ganz so, muss ich zugeben. Die ersten eineinhalb Monate habe ich viel an zu Hause gedacht, und daran, was meine Familie und Freunde gerade tun. Ich hab mich zwar wohl gefühlt, aber trotzdem dachte ich ständig, dass ich froh wäre, mal wieder zu Hause vorbei schauen zu können...
Nach eineinhalb Monaten war es, als hätte sich ein Schalter umgelegt. Mittlerweile kannte ich so viele tolle Leute und auch die Kultur und das "How-to" in Marokko, sodass ich gar nicht mehr an den Tag denken wollte, an dem wir wieder nach Deutschland fliegen würden. 
Und ich kann nur jedem raten, der darüber nachdenkt für längere Zeit ins Ausland zu gehen, ES EINFACH ZU TUN! Klar, am Anfang ist es schwer und man muss sich eingewöhnen und man hat Heimweh. Aber allein für den Moment, in dem einem klar wird, dass man sich an einen fremden Ort gewöhnt hat und sich dort zu Hause fühlt... allein für diesen Moment lohnt sich das Ganze! :)


Wir hatten wirklich schöne Wochen in Mirleft! Den Unterricht mit den Jungs haben wir problemlos gemeistert, wir sind in unserer großen Familie zusammengewachsen und haben uns lieb- und marokkanische Freunde dazugewonnen. Außerdem haben wir echt ziemlich coole Ausflüge gemacht, wie z.B. 4 Tage, in denen wir an den "Plage Blanche" gefahren sind, vollausgestattet, um 3 Nächte in den Dünen zu übernachten. Viel mehr gibt es dort nämlich auch gar nicht. :D Bloß das Meer, 40 km Strand, Dünen und dahinter die Wüste. Oder ein Kurzausflug nach Tafroute zu den "Painted Stones". Oder unsere Tour nach Marrakesh und Essaouira, mit dem Bus, fünf Tage lang. :)

Wir haben so viele tolle Erinnerungen an unsere Zeit in Marokko, an die ich mich immer gern zurückerinnern werde.

Im Dezember haben wir viel Besuch von Freunden aus Deutschland bekommen und das Ende unserer Zeit in Mirleft rückte immer näher. 

Anfang Januar ging es schon wieder zurück nach Hause. Aber das sollte noch nicht das Ende meiner Reise sein. :) Im November habe ich mich nämlich dazu entschlossen, auch noch mit nach Sri Lanka zu kommen. Die Familie hatte vor, im Februar einen Monat auf Sri Lanka zu verbringen und sie boten mir an mitzukommen. 
Der Monat auf Sri Lanka ist mittlerweile auch schon vorbei und auch dieses Land ist einfach wunderschön und einen Besuch absolut wert! Rund um die Uhr ist man umgeben von grünstem Grün und kunterbunten Farben. Auf Sri Lanka herrscht ein wundervolles Durcheinander an Saris aller Farben, leckerem Tee, den verschiedensten Pflanzen, Gewürzen und Sarongs. Egal wohin du kommst, jeder Srilankaner und jede Srilankanerin schenkt dir ein freundliches und schönes Lächeln. Viele Einheimische finden uns "Weiße" besonders und interessant und wollen ständig Selfies mit einem machen, was schon ungewohnt und auf Dauer etwas unangenehm ist... Aber wenn sie dann mit ihrem Kopf wackeln, von links nach rechts, "Hari, hari" sagen und dich anstrahlen, kannst du es ihnen kaum abschlagen. :D

Und wie sollte es anders sein? Mittlerweile bin ich schon wieder in Marokko. Das war auch eine spontanere Entscheidung, die ich erst so richtig getroffen habe, als wir Marokko im Januar verlassen haben. Mir hat es hier so gut gefallen, dass ich das Gefühl hatte, ich muss einfach nochmal wiederkommen. Und gerade fühlt es sich auch so an, als wäre es die beste Entscheidung gewesen. Besser hätte ich meine letzten Monate wirklich nicht verbringen können. 


Tja...meistens kommt es eben anders, als man denkt. :)