Es sollte zu Mohammet's Familie gehen, die in einem kleinen Dorf oben in den Bergen wohnt.
Morgens, nachdem wir einen Kaffee auf dem Souk getrunken hatten, sind wir zum Mopedverleih gelaufen, haben uns jeder ein Moped ausgeliehen und dann ging's los.
Hier in Marokko geht das mit den Verkehrsmitteln etwas "lockerer" zu. :D Selbst Joshi, der erst 13 Jahre alt ist, darf alleine Moped fahren.
Das Fahren an sich ist auch gar nicht schwer. Es gibt keine Gangschaltung, bloß das Gas und die Bremse. Schwer ist es nur teilweise die Dinger anzubekommen. Man muss nämlich mit dem Fuß in die Pedale treten und gleichzeitig den Anzünder drücken und Gas geben... da kann es dann schonmal etwas länger dauern, bis man loskommt. :D
Als dann also alle endlich ihre Mopeds gestartet hatten, konnte es losgehen. Für mich war es das erste Mal auf einem Moped, daher war das Ganze ziemlich aufregend. :)
Es hat total Spaß gemacht mit den Mopeds über Stock und Stein zu rasen. Und die Landschaft, auf die man unterwegs teilweise einen Blick erhaschen konnte (während des Fahrens ist es schwer, sich viel umzuschauen, weil man so beschäftigt damit ist, Moped zu fahren) war sagenhaft. Man konnte kilometerweit schauen, sah auf der einen Seite Berge, Berge, Berge und auf der anderen Seite das Meer... Nur seinen Helm musste man festhalten, denn der war eher zur Zierde, als zu Sicherheit vorhanden. Zwar gibt es auf den größeren Straßen eine Helmpflicht, aber die Helme sitzen so locker auf dem Kopf, dass sie durch den Fahrtwind eher wegfliegen, als wirklich auf dem Kopf zu bleiben. :D
Insgesamt waren wir ca. eine Stunde unterwegs, bis wir dann bei Mohammet's Familie ankamen.
Sie wohnen total einfach in Lehmgebäuden mit ihren Tieren zusammen unter einem Dach. :) Wir saßen bestimmt drei Stunden zusammen mit Mohammet's Mutter und ein paar seiner Schwestern und haben selbstgebackenes Brot, selbstgemachte Butter, Arganöl und Amlou bekommen.
Die Familie stellt Vieles selbst her, was wirklich lecker ist, aber wenn man mal drüber nachdenkt auch echt viel Arbeit bedeutet. An einem Liter Arganöl sitzt man ungefähr 15 Stunden..!
Nach dem leckeren Berber-Frühstück waren wir schon beinahe satt, als Mohammet meinte, das sei erst die Vorspeise gewesen. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als uns eine große Tajine auf den Tisch gestellt wurde. Die war allerdings auch so lecker, dass wir nicht darauf verzichten konnten.
Also lagen wir die nächsten Stunden kugelrund aber sehr zufrieden mit dem Gesicht in der Sonne und haben gequatscht und die Ruhe und frische Luft genossen.
Bevor wir wieder aufbrechen wollten, meinte Mohammet's Schwester ich solle unbedingt noch ihren Berber-Kayal ausprobieren und mir eines ihrer Tücher umbinden. Zuerst wollte ich das gar nicht, aber sie ließen mir nicht wirklich eine Wahl. Also stand ich ein paar Minuten später in ein orangefarbenes Tuch gewickelt, mit schwarz umrandeten Augen da, was die Jungs natürlich ganz lustig fanden. :D Ich persönlich fand es ziemlich unangenehm in das Tuch gewickelt umher zu laufen, weil ich es nicht gewohnt war und ich in meiner Bewegungsfreiheit auch echt eingeschränkt war. So war ich dann ziemlich froh, als ich es wieder ausziehen konnte.
Gegen frühen Nachmittag haben wir uns dann wieder auf unsere Mopeds geschwungen und sind zurück Richtung Mirleft gefahren. Auf dem Rückweg sind wir noch am "Sidi Ouafi" vorbeigekommen, einem Strand vor Mirleft, an dem wir einen kleinen Zwischenstop gemacht und die Abendsonne genossen haben.
Dabei sind ziemlich coole Bilder rausgekommen, die Thomas geschossen hat.
Die Mopedtour war echt cool, und das war auch nicht das letzte Mal, das wir auf Mopeds saßen. Wir haben die Mopedtour noch zwei weitere Male mit Freunden gemacht und jedes Mal waren alle genauso begeistert wie wir, bei unserem ersten Mal. :)
Bis dahin,
-Merle-