Der "Plage Blanche" ist ein ca. 35 km langer Strand im Süden Marokkos. Er grenzt direkt an die Wüste und ist man erstmal dort, sieht man um sich herum nichts anderes als Dünen, noch mehr Sand und das Meer. :)
Zuerst mussten wir das Auto packen und uns genau überlegen, was wir alles brauchen würden die nächsten Tage. Dabei muss man echt an alles Mögliche denken. Denn wenn man plant, für ein paar Tage am Strand zu schlafen, gehört zum Repertoire nicht nur Essen und Trinken. Dann muss man noch an Zelte denken, an Schlafsäcke, Decken, Schutzmöglichkeiten vor der Sonne (im November ist es im Süden Marokkos nämlich noch richtig schön warm und nicht so schweinekalt wie in Deutschland :P) und und und. Außerdem waren wir zu siebt plus Cinthy, unseren kleinen Hund. Weshalb wir ausreichend Versorgung einplanen mussten. Irgendwann war das Auto voll und trotzdem hatten wir das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben...wie immer. :D
Nach ca. 3 Stunden Fahrt waren wir endlich da. Wir hatten extra nachgeschaut, um welche Zeit Ebbe und Flut sein sollte, weil man nur bei Ebbe mit dem Auto an den Strand kommt und auf dem nasseren Sand fahren kann. Da wir allerdings so viele Leute waren, mussten wir zwei Mal fahren.
Ich war in der Gruppe, die sich zuerst auf den Weg gemacht hat.
Und so sind wir dann runter zum Strand und bestimmt eine halbe Stunde einfach mit Vollgas am Strand entlang gefahren. Wir haben uns in die geöffneten Fenster gesetzt und die Köpfe in den Wind und die Sonne gehalten.
Auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz haben wir fast noch ein paar Möwen mitgenommen, aber letztendlich hatten wir unseren perfekten Platz inmitten der Dünen am einzigen größeren Busch, der weit und breit am Strand wuchs. :D
Anfangs meinten wir noch, wir hätten total Lust auf ein Abenteuer hier am Strand. Und das Abenteuer sollte auch nicht lange auf sich warten. Wir sind nämlich mit dem Jeep etwas zu weit in den trockenen Sand gefahren, und wie sollte es anders sein? Natürlich sind wir stecken geblieben. :D Nun mussten wir also nicht nur unsere ganzen Klamotten aus dem Auto ausladen, sondern auch noch irgendwie unser Auto aus dem Sand bekommen.
Das wäre an sich kein Problem gewesen, und wäre sicherlich irgendwie gegangen, aber wir standen ETWAS unter Zeitdruck. Denn die Flut kam und das Wasser kam langsam, aber merklich immer näher zu uns hoch. Und die anderen warteten schließlich darauf, bald abgeholt und zu uns gebracht zu werden.
Also haben wir in Windeseile den Jeep entladen. Gott sei Dank hatten wir (in weiser Voraussicht) in der Wüste noch ein paar größere Steine mitgenommen. Die konnten wir hinter die Räder klemmen und dann Schritt für Schritt rückwärts aus dem Sand fahren.
Nach einer halben Stunde Arbeit und (Angst-)Schweiß konnten wir endlich wieder zurück fahren und den Rest abholen.
Es ging also nochmal alles gut. :D
Die nächsten Tage haben wir vor uns hin gelebt, sind die Dünen runtergesurft, waren am Meer und hatten einfach mal nur Zeit für uns. So abgeschnitten von der Außenwelt, ohne Internet- oder sonstigen Handyempfang und keinen Geräuschen außer dem Meeresrauschen ließ es sich echt gut aushalten. Tagsüber war es wirklich heiß und die Sonne hat gnadenlos auf uns runtergeschienen. Das durfte man gegen Abend dann aber nicht unterschätzen, denn abends wurde es ziemlich kalt! Den ersten Abend haben wir noch unter freiem Himmel geschlafen, die nächsten Nächte dann aber in Zelten, weil es windig wurde und anders nicht auszuhalten.
Den Sonnenuntergang konnten wir auf den Dünen sitzend anschauen und ab und zu kamen nachmittags Fischer vorbei, denen wir ein paar Fische abkauften, die wir dann gegrillt haben. Außerdem bot der Strand einen super Übungsplatz zum Autofahren für die Jungs. :P
Eigentlich waren auch nur 2 Nächte geplant, spontan haben wir aber beschlossen, dass wir noch eine Nacht länger bleiben wollten. Da wir allerdings nicht genug Vorräte dafür eingeplant hatten, sind wir den Strand hochgefahren, auf der Suche nach Menschen die dort vielleicht leben und die eventuell noch Brot für uns haben würden. Und tatsächlich: fast am Ende des Strandes stand eine Hütte, bei der wir noch Brot kaufen konnten. :)
Nach den vier Tagen am Strand waren wir glücklich, entspannt und erholt, haben uns aber auch auf eine Dusche zu Hause gefreut. Es ist wirklich erstaunlich, WIE VIEL Sand man überall am Körper kleben haben kann... :D
Bis dahin,
-Merle-





























